Gebärdensprachtherapie

(gebärdensprachliche und schriftsprachliche Frühförderung)

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Bedeutet Taubheit* eingeschränkt sein?

 

Taubheit bedeutet nicht nur, nicht hören zu können. Das Wort steht auch für eine andere Kommunikationsart. Viele Taube benutzen die Gebärdensprache, um untereinander problemlos zu kommunizieren.


Wer Gebärdensprache gut beherrscht, kann mit ihr komplexe und abstrakte Ideen ebenso gut ausdrücken wie mit gesprochenen Worten (Lautsprache). Sie ist eine natürliche Sprache, die sich entwickelt hat und nicht erfunden wurde (wie z.B.: Esperanto). Hände, Mimik, aber auch Kopf und Körperhaltung werden beim Gebärden mitverwendet.

Gebärdensprache ist wissenschaftlich und gesetzlich als eigenständige und vollwertige Sprache anerkannt, in der man sich auf hohen Niveau unterhalten kann.

Wir Tauben sind mit Recht stolz auf unserer Sprache.


Gebärdensprache für Kinder?

 

Mit Gebärdensprache können taube Kinder barrierefrei wahrnehmen und sich ausdrücken. Daher ist es vorteilhaft, wenn sie von Beginn an bilingual mit Gebärden- und Lautsprache aufwachsen. So können sie ihre sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten voll entwickeln und einen Bildungsstand wie hörende Kinder erreichen.

Erst der volle Zugang zur Kommunikation ermöglicht den vollen Zugang zur Bildung.

Für Kinder ist Gebärdensprache für die Entwicklung ihrer Identität, für ihre Bildung und das Erlernen der deutschen Laut- und Schriftsprache eine wichtige Grundlage.

Kleinkinder können früher gebärden als reden. Auch viele gut hörende Kinder lernen mit Begeisterung Gebärdensprache - kognitive Fähigkeiten werden dadurch auch bei hörenden Kindern gefördert.

 

* Der Begriff "taub" steht für alle gehörlosen und hörbehinderten Menschen, die die Gebärdensprache verwenden und sich der Gebärdensprachgemeinschaft zugehörig fühlen. Es ist unabhängig von dem jeweiligen Hörstatuts der tauben Gebärdensprachbenutzer.

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